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Wer war der geheimnisvolle Doktor Kittel?


Der Doktor Kittel in seinem geheimnisvollen Kabinett
Der Doktor Kittel in seinem geheimnisvollen Kabinett

Johann Josef Anton Eleazar Kittel
, ein berühmter Arzt und Heilpraktiker, wurde in dem Gebiet zwischen dem Iser- und dem Riesengebirge im Dorf Schumburg (heutzutage Krásná) am 3. Februar 1704 geboren und am 13. Februar d. J. in der Kirche in Bzí (ein unweites Dorf) getauft. Als er 23 Jahre alt war, heiratete er die Anna Maria Günther. Zusammen haten sie 11 Kinder, von denen nur 7 die Volljährlichkeit erreichten.

Er stammte aus einer weit verzweigten Familie mit einer langen Tradition im Heilverfahren. Wahrscheinlich hatte er nie Medizin an einer Universität studiert, allgemein wird jedoch angenommen, dass er eine Approbation als militärischer Feldscher und Chirurg hatte. Er empfang Patienten aus Wien, behandelte den Adel im fernliegenden Prag, kümmerte sich trotzdem sowohl um Arme und Kranke in der weiten Umgebung des Iser- und Riesengebirges. Er kannte und nutzte vollkommen die Heilkraft der Kräuter, des Wasserheilverfahrens, u.a. diagnostizierte er auf Grund von Harnuntersuchungen. Später, dank fleißigem Studium, führte er ebenso gut komplizierte chirurgische Eingriffe aus (beispielsweise Augenoperationen).

Nur wenige Personen erscheinen in so vielen Gerüchten und Mythen wie Johann Josef Eleazar Kittel. Schon zu seinen Lebzeiten wurde er berühmt und nach dem Tod sogar legendär. Seine Erfolge, Ruhm und Besitz waren Anlass zur Entstehung vieler Dr. Faust-Legenden und Sagen. Es tradiert in den, dass er seine Seele den Teufel verschreiben soll und dafür sollte er 40 Jahren über eine Macht verfügen, jede Krankheit in der Lage zu kurieren zu sein. Er sollte auch das Kraut des Lebens, das (fliegendes) Zaubermantel und das Teufels Gelöbniss bekommen, dass der Teufel auf dem "Höllenzwang" ablegte.

Kittelmuseum in Krásná
Kittelmuseum in Krásná


Am Ende der vierzigen Jahre der 19. Jahrhundert stellte er das Bauwerk seines riesigen und geheimnisvollen Wohnsitzes „Burg“ fertig. Unter den Leuten verbreiteten sich erste Gerüchte, nach denen das Burg-Bauwerk mit dem Geld vom Teufel finanziert wurde. Im einstöckigen Blockhaus hatte er Apotheke und Zimmer für die Patienten, angeblich auch einen Seziersaal und einen Raum mit menschlichen Gerippen und weisen Büchern, womit sich die Expositionsauthoren inspirieren ließen. (Zur Zeit wird der Burg immer noch rekonstruiert. Das neues Dach und Außenwand haben ihn von sicherer Abstürzung gerettet und nun wird man allmählich auf die inneren Räumen gearbeitet.)

Historisches Foto des
Historisches Foto des "Burges"


Im Jahre 1756 begann der Doktor unweit von „Burk“ mit dem Bau einer Filialkirche, den er selbst finanzierte. Einige behaupteten, es soll eine Danksagung an Gott für seine Rettung aus der frostiger Elbe gewesen sein, wo er im Jahre 1738 fast sterben konnte, und andere, dass er wegen eines Gefühls des sich nähernden Heimgangs so gehandelt haben dürfte, also ob seine Seele in der Höhle für immer verteufelt wird, oder ob sie in den Höhen gelobt wird, wie die Sage "Der Hähne Zeugnis" erzählt. Laut Volkssagen wollte er seine Seele reinigen und dadurch der Hölle wegen des Bundes mit dem Teufel entgehen. Die Kirche wurde im Jahre 1760 eingeweiht und zwei Jahre später wurden in die sogenannten „Heiligen Stufen“ Reliquien aufbewahrt. Nach weiteren elf Jahren wurde auch der Turm fertiggebaut. In dem Jahre 1783 wurde Philipp Jakob, achtes von Kittels Kindern, auf dem Wunsch seines Vaters der erste Schumburge Pfarrer, was könnte wieder beweisen, dass der Doktor sich mit allen möglichen Mitteln bemühte, den Vertrag mit dem Teufel aufzulösen.

Heute kann man kaum zwichen den Mythen und der Tatsache erkennen, aber möge es sein, wie es wolle, ist es unmöglich den J. J. A. E. Kittel sein unheimlichen Beitrag dem ganzen Kreis vorzuenthalten. Er wurde mit seiner Seelensgüte und Reinheit der Absichten zur Inspiration für vielerlei volgenden Generationen. Desshalb entstand eine Idee, den Ort - das Kittelmuseum - zu schaffen, wo sein Hinweis, sogar auch mehr als 220 Jahre nach seiner Tod )*, fortleben wird.




)* Am 20. Augusts 1782 entschlief Kittels Ehefrau Anne Maria. Am 16. November, nicht ganze drei Monate vor seinem achtzigsten Geburtstag, verabschiedete sich ganzer Schumburg auch vom weitberühmten Doktor.



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